Vielleicht möchtest du einen Blogbeitrag schreiben, an einem Buch arbeiten oder neue Projekte für dein Unternehmen planen. Doch wenn du in dich reinspürst, dann ist da nur eine absolute Leere. Dir fällt nichts ein, alles fühlt sich an, wie schon hundert Mal dagewesen. Du bist einfach nicht inspiriert. Diese innere Leere kann sogar so weit gehen, dass du vielleicht sogar daran denkst, aufzugeben, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Ganz gleich, ob du Autorin bist, schon längere Zeit als Solopreneur arbeitest oder gerade erst anfangen willst: Eine solche innere Leere kommt immer mal wieder vor. Für mich heißt es dann, kreativ zu werden und diese innere Leere als Sprungbrett zu nutzen, so dass ich in meinem Leben oder in meinem Business die nächste Stufe erreiche. Meistens bedeutet dies für mich, dass ich schreibe und zwar bewusst schreibe.

Doch was ist Bewusstes Schreiben überhaupt? Und was bringt es dir?

Bewusstes Schreiben bedeutet für mich, dass ich ganz in mich selbst eintauche, mein Herzzentrum bewusst wahrnehme und meiner Intuition folge, während ich schreibend über ein Thema reflektiere.

Das Bewusste Schreiben besteht aus mehreren Übungen, die dir dabei helfen können, beim Schreiben in dein Herzzentrum zu gehen und aus dieser Perspektive zu schreiben, losgelöst vom reinen Verstandesdenken. Dabei schreibst du nur für dich selbst, die Texte, die entstehen dienen hauptsächlich deiner eigenen Entfaltung und dem Finden von Antworten auf deine Fragen bezüglich eines Problems, wie z. B. die oben genannte Leere. In diesem Artikel geht es darum, was du tun kannst, wenn diese innere Leere mal wieder auftaucht. Hier ein paar Tipps:

Erstens: Mit Musik in das Herzzentrum eintauchen

Wenn ich diese innere Leere verspüre, dann höre ich oft Musik, um die Welt um mich herum zu vergessen, das Gedankenkarussell auszuschalten und ganz in mein Herz einzutauchen. Bestimmt hast du Lieblingsmusik, die dir dabei helfen kann. Bei mir wechselt diese Musik übrigens immer mal wieder. Ich habe Playlists auf itunes und höre die Musik mit Kopfhörern, so dass ich wirklich für einen Moment das Außen ausblenden kann. Dann beginne ich einfach zu schreiben, was mir gerade in den Sinn kommt., ohne es zu bewerten. Oft schließe ich dabei noch die Augen und spüre bewusst in mein Herz hinein.

Zweitens: Mit dem Problem „kommunizieren“

Eine weitere Möglichkeit ist, sich vorzustellen, dass das Problem, in diesem Fall die innere Leere, ein Talkgast in einer Sendung ist, der interviewt werden soll. Du bist der Moderator der Sendung und sprichst mit dem Problem. Um dir diese Übung leichter zu machen, empfehle ich dir, das Problem als Person zu sehen. Das kann eine ganz normale Person sein oder aber auch etwas Lustiges, Comichaftes, was dir den nötigen Abstand verschafft.

Nehmen wir wieder die innere Leere. Was kommt dir für eine Person in den Sinn, wenn du die innere Leere verspürst und irgendwie festhängst? Beschreibe die Person und schreibe auch das Interview mit ihr auf. Im besten Fall erzählt sie dir, warum sie gerade da ist. Vielleicht brauchst du ein bisschen Entspannung oder Erholung. Oder aber sie ist da, weil es mal wieder Zeit ist, dass du dich deinem Herzen zuwendest.

Drittens: Verbinde das Schreiben mit Bildern!

Um die innere Leere loszulassen und wieder in den Flow zu kommen, empfiehlt es sich, das Bewusste Schreiben mit einem Bild zu verbinden. Du kannst entweder selbst ein Bild malen, dir spontan ein Bild in einer Zeitschrift suchen oder in die Natur gehen und fotografieren. Wenn du mehrere Bilder zur Auswahl hast, dann schau sie dir an und spüre in dein Herz hinein. Frage dein Herz, welches Bild dir jetzt am besten dabei hilft, wieder in den Flow zu kommen. Welches Bild leuchtet besonders für dich auf?

Schreibe zunächst erst einmal über das Bild, welches du dir ausgesucht hast oder was du selbst gemalt hast. Denke dabei nicht an dein Problem. Frage dich: Was berührt das Bild in mir? Woran erinnert es mich? Welche Gefühle löst es aus?

Dann frage dich gegen Ende deiner Schreibsession: Wie hilft das Bild mir, eine Perspektive einzunehmen, in der ich die Lösung für mein Problem sehe?

Stell dir vor, du hättest das untenstehende Bild ausgesucht. Vielleicht würde es dich dazu einladen, dich einfach forttragen zu lassen, über das Meer. Wohin wirst du fortgetragen? Schaue,  wie sich die innere Leere an diesem Ort anfühlt. Oder ist sie vielleicht sogar verschwunden? Schreibe über deine Eindrücke und Empfindungen.

Viertens: Schreibe eine Geschichte oder ein Märchen

Eine gute Idee ist es auch, eine Geschichte zu schreiben oder sogar ein Märchen. In dieser Geschichte oder in dem Märchen erlebt ein Charakter genau das, was du gerade erlebst. Er findet auch eine Lösung für das Problem. Du darfst hierbei ruhig deine Fantasie spielen lassen. Die Lösung, die dein Charakter dort findet, kann völlig anders sein als das, was du dir als „normale“ Lösung vorstellst. Dennoch kann dir diese Übung vielleicht dabei helfen, wieder in den Flow zu kommen und aus dem Flow heraus, auch eine praktikable Lösung für dich zu finden. Ziel dieser Übung ist es auch, Abstand zu gewinnen und aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, welches ständig um dein Problem, z. B. die innere Leere und andere Blockaden kreist. Die Chance ist groß, dass du beim Schreiben deinen Flow wiederfindest und dir ganz neue Ideen und Inspirationen kommen.

Fünftens: Ortswechel – Suche dir einen ungewöhnlichen Ort zum Schreiben

Auch ein Ortswechsel kann helfen, wieder in den Flow zu kommen und neue Lösungen zu finden. Suche dir ein schönes Café oder einen Ort in der Natur, der dich inspriert. Spüre in dein Herz hinein und frage dich: Brauche ich eher einen stillen Ort? Oder brauche ich vielleicht sogar einen lebendigen Ort, wie einen Bahnhof oder einen Marktplatz am Markttag? Setzte dich dort für wenigstens 10 Minuten hin und schreibe einfach. Schreibe auch über den Ort, den du dir ausgesucht hast und warum du ihn dir ausgesucht hast. Schau dann, wie er mit deinem Problem korrespondiert.

Nehmen wir mal an, ich hätte gerade eine innere Leere. Nichts klappt so richtig und ich bin so gar nicht im Flow. Dann entscheide ich mich dafür, ein Café zu besuchen und weil es Sommer ist, mich draußen hinzusetzen. Auf dem Marktplatz sind viele Marktstände aufgebaut, weil gerade Markttag ist. Dann kann es sein, dass ich meiner inneren Leere mit den Eindrücken, Gerüchen und der Lebendigkeit an diesem Ort begegnen möchte. Vielleicht schenkt mir dieser Ort sogar völlig neue Impulse und Inspirationen, auf die ich vorher gar nicht gekommen wäre und die innere Leere verschwindet völlig.

Wähle deine Schreibübung intuitiv

All diese Übungen kannst du auch anwenden, wenn dich etwas anderes in deinem Leben bewegt als die innere Leere. Lies dir beim nächsten Problem die Übungen durch und spüre in dein Herz. Welche Übung leuchtet für dich auf? Probiere diese Übung dann einfach mal aus. Hab Geduld mit dir: Manchmal dauert es ein bisschen, bis man Ergebnisse erzielt, neue Lösungen findet oder wieder in den Flow kommt und die innere Leere sich in Luft auflöst.